Vier neue Lagermitarbeitende, ein voller Terminkalender und eine Kontrolle, die jederzeit kommen kann. Genau in diesem Moment stellt sich die Frage: Bringen wir alle in einen Präsenzkurs — oder schulen wir online?
Für die ADR-1.3-Unterweisung sind in der Schweiz sowohl Online-Kurse als auch Präsenz-Schulungen zulässig. Entscheidend ist nicht das Format, sondern dass die Unterweisung aufgabenbezogen erfolgt, vor der Tätigkeit stattfindet und dokumentiert wird. Online passt für Standardfälle und verteilte Teams, Präsenz für komplexe, betriebsspezifische Gefahrgüter.
Kurz gesagt: Das Gesetz schreibt kein Format vor. Es schreibt dagegen Inhalt, Nachweis und Aktualität vor. Dieser Beitrag zeigt, wann online genügt und wann sich der Präsenzkurs lohnt.
Die ADR-1.3-Unterweisung ist die Basisschulung für alle Personen, die an der Beförderung gefährlicher Güter mitwirken. Sie betrifft allerdings nicht nur Fahrer. Ebenfalls darunter fällt, wer verpackt, verlädt, versendet oder disponiert.
Die Grundlage liefert dafür Kapitel 1.3 des ADR-Abkommens. In der Schweiz gilt es über die SDR (SR 741.621) für den Strassentransport. Das ADR unterscheidet dabei drei Teile der Unterweisung.
| Teil der Unterweisung | Was vermittelt wird |
|---|---|
| Allgemeine Sensibilisierung | Grundzüge der Gefahrgutvorschriften und ihre Bedeutung |
| Aufgabenbezogene Unterweisung | Konkrete Pflichten für die eigene Tätigkeit am Arbeitsplatz |
| Sicherheitsunterweisung | Risiken, Schutzmassnahmen und richtiges Verhalten bei Gefahr |
Wichtig dabei: Die Unterweisung muss vor der Tätigkeit erfolgen. Danach wird sie regelmässig aufgefrischt. In der Praxis hat sich ein Rhythmus von zwei Jahren etabliert.
Ja. Weder das ADR noch die SDR schreiben ein Präsenzformat vor. Massgeblich ist vor allem, dass die Inhalte vermittelt werden und der Betrieb den Nachweis erbringen kann.
Das öffnet dadurch die Tür für E-Learning. Ein guter Online-Kurs deckt zudem alle drei Teile der Unterweisung ab und schliesst mit einer Wissenskontrolle. Das Zertifikat dient anschliessend als Nachweis.
Ein häufiger Irrtum: Viele verwechseln die ADR-1.3-Unterweisung mit der ADR-Fahrerschulung nach Kapitel 8.2. Diese führt zur ADR-Bescheinigung (dem „Gefahrgutführerschein“) und verlangt einen anerkannten Präsenzkurs mit Prüfung. Die 1.3-Unterweisung ist etwas anderes — sie ist flexibler und für alle Beteiligten gedacht.
Beide Wege erfüllen zunächst die gesetzliche Pflicht. Die Wahl hängt allerdings vom Betrieb, den Gefahrgütern und dem Team ab. Diese Matrix hilft deshalb bei der Entscheidung.
| Kriterium | Online-Kurs | Präsenz-Schulung |
|---|---|---|
| Zeitaufwand | Flexibel, ortsunabhängig, pausierbar | Fester Termin, Anfahrt nötig |
| Kosten pro Person | Tief, planbar | Höher, Gruppenrabatt ab mehreren Personen |
| Betriebsspezifisch | Standardinhalte | Auf konkrete Gefahrgüter zugeschnitten |
| Verteilte Teams | Ideal | Aufwändig zu koordinieren |
| Nachweis | Zertifikat automatisch | Teilnehmerliste plus Bescheinigung |
| Rückfragen | Begrenzt | Direkt an die Fachperson |
Online passt für Standardfälle, neue Mitarbeitende und Betriebe mit mehreren Standorten. Präsenz lohnt sich, wenn die Gefahrgüter komplex sind oder das Team gemeinsam vor Ort geschult werden soll.
Viele Betriebe kombinieren dabei beides. Sie schulen zunächst die Basis online und ergänzen bei Bedarf einen betriebsspezifischen Termin.
Die Preise unterscheiden sich zudem stark nach Format und Anbieter. Ein Online-Kurs ist meist deutlich günstiger als ein Präsenztag, weil Anfahrt, Raum und Referentenzeit entfallen.
Bei SBTL.ch startet die ADR-1.3-Unterweisung als E-Learning ab CHF 190 pro Person. Der Kurs führt durch sechs interaktive Module, lässt sich jederzeit pausieren und schliesst mit einer Prüfung ab. Das Zertifikat ist danach 24 Monate gültig.
Ein Präsenz-Firmenkurs wird dagegen individuell offeriert. Er lohnt sich vor allem ab mehreren Personen, weil die Inhalte auf die konkreten Gefahrgüter des Betriebs zugeschnitten werden.
Bei Standortbeurteilungen sehen wir immer wieder dieselben Lücken — unabhängig vom gewählten Format:
Das Problem? Jede dieser Lücken wird bei einer Kontrolle nämlich sofort sichtbar. Und jede lässt sich mit einem sauberen Prozess leicht vermeiden — beim Online-Kurs erzeugt das System den Nachweis sogar automatisch.
Der Nachweis entscheidet folglich im Ernstfall, nicht das Bauchgefühl. Die Verantwortung dafür liegt beim Arbeitgeber.
Konkret braucht es pro Person: den Namen, das Datum, den Inhalt der Unterweisung und einen Beleg über den Abschluss. Beim E-Learning liefert das Zertifikat dabei diese Angaben automatisch. Beim Präsenzkurs übernimmt das hingegen die Teilnehmerliste plus Bescheinigung.
Diese Unterlagen bewahrt der Betrieb fünf Jahre auf und legt sie der Behörde auf Verlangen vor. Wer das sauber führt, ist bei einer Kontrolle folglich in wenigen Minuten auskunftsfähig.
Ob online oder Präsenz — beide Formate erfüllen die ADR-1.3-Pflicht. Für Standardfälle und verteilte Teams ist der Online-Kurs der schnellste und günstigste Weg zur Rechtssicherheit. Komplexe Gefahrgüter sprechen dagegen für einen betriebsspezifischen Präsenztermin. Wichtig bleibt in beiden Fällen: alle Beteiligten schulen, sauber dokumentieren und rechtzeitig auffrischen.
Bereit, Ihr Team rechtssicher zu schulen? Starten Sie die ADR-1.3-Unterweisung als E-Learning — sechs Module, Zertifikat inklusive, ab CHF 190 pro Person. → ADR 1.3 E-Learning starten (gefahrgutunterweisung.sbtl.ch)
Hier deshalb die meistgestellten Fragen zu diesem Thema.
Ja. Das ADR und die SDR (SR 741.621) schreiben für die 1.3-Unterweisung kein bestimmtes Format vor. Entscheidend ist, dass die Inhalte vollständig vermittelt werden, die Unterweisung vor der Tätigkeit erfolgt und der Betrieb den Nachweis erbringen kann. Ein E-Learning-Kurs mit Abschlussprüfung und Zertifikat erfüllt diese Anforderungen. Wichtig ist nur, dass er alle drei Teile abdeckt: allgemeine Sensibilisierung, aufgabenbezogene Unterweisung und Sicherheit.
Alle Personen, die an der Beförderung gefährlicher Güter mitwirken. Das sind nicht nur Fahrer. Auch Mitarbeitende in Lager, Versand, Verpackung, Disposition und Verlad fallen darunter. Massgeblich ist, ob die Tätigkeit einen Bezug zum Gefahrguttransport hat. Ein häufiger Fehler in KMU ist, nur die Fahrer zu schulen und das Backoffice zu vergessen — obwohl gerade dort die Deklaration entsteht.
Die Unterweisung wird regelmässig aufgefrischt. Das ADR nennt keinen starren Intervall, verlangt aber eine Wiederholung bei Änderungen der Vorschriften oder der Aufgaben. In der Praxis hat sich ein Rhythmus von zwei Jahren etabliert. Deshalb ist auch das SBTL-Zertifikat 24 Monate gültig. So bleibt der Betrieb ohne Lücken auskunftsfähig, wenn eine Kontrolle den aktuellen Stand sehen will.
Die ADR-1.3-Unterweisung ist die Basisschulung für alle Beteiligten und kann online erfolgen. Die ADR-Bescheinigung nach Kapitel 8.2 — umgangssprachlich der Gefahrgutführerschein — betrifft nur Fahrer, die kennzeichnungspflichtige Mengen transportieren. Sie verlangt einen anerkannten Präsenzkurs mit Prüfung. Beide werden oft verwechselt. Wer beide Pflichten hat, braucht beide Nachweise.
Fünf Jahre. Der Arbeitgeber führt die Nachweise in der Personalakte und legt sie der Behörde auf Verlangen vor. Beim E-Learning liefert das Zertifikat alle nötigen Angaben automatisch: Name, Datum, Inhalt und Abschluss. Beim Präsenzkurs übernehmen das die Teilnehmerliste und die Bescheinigung. Ohne diesen Nachweis gilt die Schulung im Kontrollfall als nicht erbracht, auch wenn sie tatsächlich stattgefunden hat.
Ja, in bestimmten Fällen. Wenn die Gefahrgüter komplex oder betriebsspezifisch sind, bringt ein Präsenztermin echten Mehrwert. Die Fachperson geht auf die konkreten Produkte ein und beantwortet Rückfragen direkt. Auch für ein gemeinsames Team-Onboarding vor Ort ist Präsenz sinnvoll. Für Standardfälle, neue Einzelpersonen und verteilte Teams ist der Online-Kurs jedoch schneller und günstiger. Viele Betriebe kombinieren beides.
SBTL.ch Fachteam, Gefahrgutbeauftragter ADR bei SBTL.ch GmbH. Betreut Schweizer Betriebe bei Unterweisungen, Audits und Jahresberichten. — SBTL.ch GmbH
Zuletzt aktualisiert: 5. Juli 2026 · Quellen: ADR Kapitel 1.3, SDR (SR 741.621), ASTAG, ASTRA · Review-Termin: +6 Monate
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