Verkehrsleiter - Fachprüfung

Die 8 Prüfungsfächer im Überblick

Acht Fächer und keine einzelnen Ausnahmen mehr. Seit 2022 legen alle Kandidatinnen und Kandidaten dieselben acht Prüfungsfächer ab. Deshalb lohnt sich ein klarer Lernplan.

Die Verkehrsleiter-Fachprüfung umfasst Recht, Finanzen, Marktzugang, Technik und Sicherheit. Damit deckt sie wichtige Bereiche für die Führung eines Transportbetriebs ab. Einzelne Fächer können aufgrund einer Vorbildung nicht mehr ausgelassen werden. Nur bestimmte eidgenössische Fachausweise oder Diplome können von der ganzen Prüfung befreien.

Der Fachausweis bestätigt die fachliche Eignung und ist eine Voraussetzung für die Transportlizenz. Dieser Beitrag erklärt die acht Fächer und zeigt, worauf es bei der Vorbereitung ankommt.

  • Die Prüfung umfasst acht Fächer mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
  • Seit 1. Januar 2022 gibt es keine Befreiung von einzelnen Fächern mehr.
  • Die Prüfung führen ASTAG, VöV und Les Routiers Suisses im Auftrag des BAV durch.
  • Der Fachausweis bestätigt die fachliche Eignung für die Transportlizenz.

Was ist die Verkehrsleiter-Fachprüfung?

Die Prüfung zeigt, ob Sie das nötige Wissen für die Führung eines Transportbetriebs besitzen. Sie richtet sich an Personen, die später als Verkehrsleiter im Güter- oder Personenverkehr arbeiten möchten. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Sie den Fachausweis.

Die gesetzlichen Regeln dafür stehen im STUG. Zusätzlich gilt das Prüfungsreglement des Bundesamts für Verkehr. Dieses ist seit dem 1. Januar 2022 in Kraft. Dabei führen ASTAG, VöV und Les Routiers Suisses die Prüfung durch.

Der Fachausweis ist wichtig für die Transportlizenz. Allerdings reicht er allein nicht aus. Ein Unternehmen muss ausserdem zuverlässig sein, genügend finanzielle Mittel besitzen und einen Sitz in der Schweiz haben.

Welche 8 Fächer umfasst die Prüfung?

Alle Kandidatinnen und Kandidaten legen dieselben acht Fächer ab. Die folgende Übersicht zeigt die einzelnen Fächer und ihre wichtigsten Inhalte.

Fach Inhaltlicher Kern
1. Obligationenrecht Beförderungsverträge, Haftung, Versicherungen
2. Handels-, Schuld-, Betreibungs- und Konkursrecht Buchführung, Handelsgesellschaften, Betreibung, Konkurs
3. Arbeitsrecht Anstellung, Arbeitszeit, Sozialversicherungen, Personal
4. Steuerrecht Mehrwertsteuer, Fahrzeugsteuern, Gebühren wie die LSVA

Kaufmännische, technische und betriebliche Fächer

5. Kaufmännische und finanzielle Führung Kalkulation, Liquidität, Rentabilität, Controlling
6. Zugang zum Markt Zulassungsvorschriften, Kabotage, grenzüberschreitender Verkehr
7. Technische Normen und technischer Betrieb Fahrzeuge, Gewichte, Masse, Ladung, Unterhalt
8. Sicherheit im Strassenverkehr Fahr- und Ruhezeiten, Unfallverhütung, Verkehrsregeln

Wie läuft die Prüfung ab?

Die Prüfung umfasst alle acht Fächer. Dabei hat jedes Fach einen festen Ablauf und ein bestimmtes Zeitfenster. Das Wissen wird mit verschiedenen Aufgaben geprüft.

Ein Teil verlangt auch den Umgang mit Zahlen. Dafür bearbeiten Sie eine Fallstudie aus einem fiktiven Transportbetrieb. So wird geprüft, ob Sie das Gelernte in der Praxis anwenden können.

Der Ablauf kann sich ändern. Deshalb sollten Sie vor der Prüfung immer die aktuellen Angaben auf berufszulassung.ch prüfen.

Seit 2022 können einzelne Fächer nicht mehr ausgelassen werden. Daher müssen sich die meisten Kandidatinnen und Kandidaten auf alle acht Bereiche vorbereiten.

Hinweis: Die genaue Fragenzahl je Fach und die Bestehensgrenze legt das aktuelle BAV-Reglement fest. Verlassen Sie sich für die Details immer auf die offizielle Prüfungsausschreibung von berufszulassung.ch.

Warum brauchen Sie den Fachausweis überhaupt?

Der Fachausweis bestätigt, dass Sie das nötige Fachwissen besitzen. Damit erfüllen Sie eine wichtige Voraussetzung für die Transportlizenz.

Seit dem 1. Mai 2025 gelten im Güterverkehr neue Regeln. Die Lizenzpflicht beginnt bereits bei Fahrzeugen über 2,5 Tonnen. Allerdings gibt es bestimmte Ausnahmen.

Ein Unternehmen muss zudem genügend finanzielle Mittel nachweisen. Für das erste Fahrzeug über 3,5 Tonnen sind mindestens CHF 9’000 nötig. Für jedes weitere Fahrzeug kommen CHF 5’000 hinzu.

Somit ist der Fachausweis ein wichtiger Teil des Antrags. Für die Transportlizenz müssen jedoch auch die weiteren Bedingungen erfüllt sein.

Welche weiteren Voraussetzungen gelten?

Damit die Lizenz erteilt wird, prüft das BAV mehrere Punkte. Neben dem Fachwissen zählen auch Zuverlässigkeit, ausreichende finanzielle Mittel und ein Sitz in der Schweiz. Deshalb sollte ein Unternehmen alle Nachweise frühzeitig vorbereiten.

Wie bereiten Sie sich am besten vor?

Acht Fächer wirken zunächst umfangreich. Mit einem klaren Lernplan wird die Vorbereitung jedoch übersichtlicher. Wichtig sind eine gute Reihenfolge und regelmässige Wiederholungen.

  • Rechtsfächer zuerst – Diese Themen bilden eine wichtige Grundlage.
  • Zahlen früh üben – Rechnen braucht Übung und lässt sich nicht nur auswendig lernen.
  • Themen miteinander verbinden – Dadurch verstehen Sie Zusammenhänge besser.
  • Wissen wiederholen – So bleibt der Stoff bis zur Prüfung präsent.

 

Ein E-Learning eignet sich dafür besonders gut. Sie lernen flexibel und können schwierige Themen wiederholen. Ausserdem erkennen Sie früh, wo noch Lücken bestehen. Dadurch können Sie Ihre Lernzeit gezielter einsetzen.

Welche Fehler sollten Sie bei der Vorbereitung vermeiden?

Bei der Vorbereitung treten einige Fehler besonders häufig auf.

  • Die Fallstudie unterschätzen – Fach 5 verlangt sicheres Rechnen unter Zeitdruck und nicht nur theoretisches Wissen.
  • Zu spät mit Zahlen beginnen – Kalkulation und Liquidität brauchen Übung und regelmässige Wiederholung.
  • Auf frühere Befreiungen vertrauen – Seit 2022 gibt es keine Befreiung von einzelnen Fächern mehr.
  • Marktzugang nur oberflächlich lernen – Themen wie Kabotage und Grenzverkehr führen schnell zu Fehlern.
  • Ohne Prüfungssimulation antreten – Wer vorher unter Zeitdruck übt, kann die Prüfungszeit besser einteilen.

 

Viele Fehler entstehen durch fehlende Struktur. Deshalb lohnt sich ein klarer Lernplan. Ausserdem helfen regelmässige Übungen dabei, das Wissen zu festigen.

Wer früh beginnt und laufend wiederholt, ist besser vorbereitet. Dadurch fällt es leichter, die acht Fächer sicher zu bearbeiten.

Häufige Fragen

Die meistgestellten Fragen zu diesem Thema.

Wie viele Fächer hat die Verkehrsleiter-Fachprüfung?

Die Prüfung umfasst acht Fächer — Obligationenrecht, Handelsrecht, Schuldbetreibungs- und Konkursrecht, Arbeitsrecht, Steuerrecht, kaufmännische und finanzielle Führung des Unternehmens, Zugang zum Markt, technische Normen und technischer Betrieb sowie Sicherheit im Strassenverkehr.

Seit dem Prüfungsreglement, das am 1. Januar 2022 in Kraft trat, prüft jede Kandidatin und jeder Kandidat in allen acht Fächern. Eine Befreiung von einzelnen Fächern aufgrund von Vorbildung gibt es nicht mehr, und eine vereinfachte Prüfung wird ausdrücklich nicht angeboten.

Von der gesamten Prüfung befreit ist nur, wer einen anerkannten Fachausweis oder ein anerkanntes Diplom besitzt — etwa «Strassentransport-Disponent/in», «Disponent/in Transport und Logistik», «Diplomierte/r Betriebsleiter/in im Strassentransport oder Transport und Logistik», «Carführer/in-Reiseleiter/in» oder einen in der EU gültigen Fachausweis. Diese Vereinheitlichung sorgt für vergleichbare Bedingungen, verlangt aber eine breite und strukturierte Vorbereitung über alle Themen hinweg.

Wer führt die Prüfung durch?

Die Prüfung wird im Auftrag des Bundesamts für Verkehr durchgeführt und steht unter dessen Aufsicht. Verantwortlich sind gemeinsam der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG, der Verband öffentlicher Verkehr VöV und Les Routiers Suisses.

ASTAG führt zudem das Prüfungssekretariat und organisiert den Ablauf. Angemeldet und informiert wird über die offizielle Plattform berufszulassung.ch. Dort finden Sie die aktuellen Termine, das gültige Reglement und die Ausschreibung mit allen Details zum Prüfungstag.

Pro Jahr finden mindestens zwei Prüfungen statt, ausgeschrieben werden sie mindestens drei Monate im Voraus. Geprüft wird schriftlich, wahlweise auf Deutsch, Französisch oder Italienisch.

Was kostet die Fachprüfung?

Die Prüfungsgebühr beträgt gemäss berufszulassung.ch CHF 520 für die Erstprüfung und CHF 420 für die erste Wiederholung — einheitlich und unabhängig von einer Verbandsmitgliedschaft.

Davon zu unterscheiden sind die Kurs- beziehungsweise Vorbereitungskosten. Der Vorbereitungslehrgang von ASTAG kostet CHF 350 pro Kurstag für Mitglieder von ASTAG, Les Routiers Suisses oder VöV und CHF 460 pro Kurstag für Nichtmitglieder.

Prüfungsgebühr und Kurskosten fallen somit getrennt an, dazu kommt eine Gebühr des BAV für die Ausfertigung des Fachausweises. Prüfen Sie die aktuellen Beträge immer direkt auf berufszulassung.ch, da sich Tarife ändern können.

Wozu brauche ich den Fachausweis?

Der Fachausweis belegt die fachliche Eignung, eines von vier Kriterien für die Transportlizenz. Ohne diese Eignung erteilt das BAV keine Lizenz.

Die weiteren Voraussetzungen sind Zuverlässigkeit, ausreichende finanzielle Leistungsfähigkeit und ein tatsächlicher und dauerhafter Sitz in der Schweiz. Wie dieser Sitz nachzuweisen ist, steht seit dem 1. Mai 2025 ausdrücklich in der Verordnung über die Strassentransportunternehmen.

Ein Betrieb kann einen angestellten oder externen Verkehrsleiter benennen, der den Fachausweis besitzt. So erfüllen auch Unternehmen die Anforderung, deren Inhaber die Prüfung nicht selbst ablegen möchten.

Wie lange dauert die Vorbereitung?

Das hängt stark von der Vorerfahrung ab. Wer bereits im Transportgewerbe arbeitet, kennt viele Themen aus dem Alltag und lernt schneller.

Für die meisten Kandidaten sind mehrere Wochen konzentrierter Vorbereitung realistisch, verteilt auf alle acht Fächer. Geprüft wird mit Multiple-Choice-Fragen und schriftlichen Übungen in Form von Fallstudien — gerade Letztere brauchen Übungswiederholungen, besonders rund um die kaufmännische und finanzielle Führung.

Ein strukturiertes E-Learning hilft, den Stoff in verdaubare Einheiten zu gliedern und den Fortschritt pro Fach zu verfolgen, statt alles kurz vor der Prüfung zu bündeln.

Gilt der Fachausweis auch für den grenzüberschreitenden Verkehr?

Ja. Der Nachweis der fachlichen Eignung deckt den innerstaatlichen und den grenzüberschreitenden Verkehr ab. Ausgestellt wird er für den Personen- und/oder den Güterverkehr — lautet er nur auf eine Sparte, wird auch die Lizenz auf diese Sparte beschränkt.

Damit ist er die Basis für die Lizenz, die grenzüberschreitende Transporte überhaupt erst zulässt. Gerade für internationale Fahrten wurden die Anforderungen per 1. Mai 2025 verschärft, im grenzüberschreitenden Güterverkehr greift die Lizenzpflicht neu bereits ab 2,5 Tonnen Gesamtgewicht.

Der Fachausweis bleibt dabei die zentrale Voraussetzung. Die konkreten Regeln zum Marktzugang und zum Auslandverkehr sind Teil des Prüfungsfachs Zugang zum Markt.

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