Ausnahmetransporte vorbereiten (Teil 2)

Im ersten Teil ging es darum, wann eine Sonderbewilligung nötig ist und was sie enthält. Mit der Bewilligung in der Hand kann der Transport aber noch nicht losfahren. Fahrzeug, Kennzeichnung, Begleitung und Strecke wollen vorbereitet sein. Dieser Beitrag zeigt die wichtigsten Schritte, Stand Oktober 2026.

Fahrzeugauswahl zur Durchführung des Transportes

Bei der letztendlichen Durchführung sollte so wenig wie möglich dem Zufall überlassen werden. Eine ausführliche Planung ist dadurch unerlässlich. Diese sollte allerdings nicht nur von Seiten des Transportunternehmens, sondern gemeinsam mit dem Hersteller, bzw. Absender, des zu transportierenden Gutes oder Fahrzeuges erfolgen.

 

Die Auswahl des richtigen Fahrzeuges für den Ausnahmetransport geschieht natürlich in der Regel vor der Beantragung der Sonderbewilligung. Aus diesem Grund handelt es sich hier um einen parallelen Prozess von der Antragsstellung bis zur Durchführung des Ausnahmetransportes. Denn letztendlich kann das ausgewählte Fahrzeug ausfallen und es muss schnellstens Ersatz gesucht werden.

Unter anderem ist bei der Planung zu berücksichtigen, welches Fahrzeug bei einem Transport von ausnahmepflichtigen Gütern überhaupt eingesetzt werden kann. Hierbei ist zu berücksichtigen, ob die Ladung aufgrund des Gewichtes und / oder der Masse eine Sonderbewilligung benötigt. Entsprechend ist auch das Fahrzeug auszuwählen, damit die Ladung mit den notwendigen Hilfsmitteln gesichert werden kann. Stichpunkte hierzu sind: Zurrpunkte und gegebenenfalls erforderliche Hilfskonstruktionen. Insbesondere ist auch auf den Schwerpunkt der Ladung zu achten, damit das Fahrzeug nicht in der ersten Kurve in Schieflage gerät. Das Fahrzeug wird bei dem Transport teils stark beansprucht. Entsprechend ist auf die Achslast, Ladefläche und auch Höhe zu achten. Schliesslich muss bei letzterem die maximale Höhe eingehalten werden. Zur Erinnerung, diese liegt bei 4 Metern.

Ein weiterer, ebenso nicht unwichtiger, Punkt sind die Platzverhältnisse bei der Be- und Entladung des Transportgutes. Nicht nur, dass die richtigen Be- und Entladefahrzeuge oder -konstruktionen zur Verfügung stehen, es ist auch auf den Untergrund zu achten.

Vorbereitung der Fahrzeuge

Ist das Fahrzeug gewählt, folgt die Ausrüstung. Ragt die Ladung seitlich über das Fahrzeug hinaus, sind die äussersten Stellen deutlich zu kennzeichnen. Bei Ausnahmetransporten verlangt die VRV dafür rechteckige Flaggen oder Tafeln mit mindestens 40 cm Seitenlänge. Sie tragen schräge, rund 10 cm breite rot-weisse Streifen. Nachts und bei schlechter Sicht sind die Zeichen zu beleuchten oder Markierlichter anzubringen (Art. 58 Abs. 2 VRV). So erkennt auch der Gegenverkehr die Gefahr früh. Denken Sie bei Überbreite auch an die Sicht nach hinten. Verdeckt die Ladung den Blick, helfen zusätzliche Aussenspiegel links und rechts.

 

Ragt die Ladung hinten mehr als einen Meter über das Fahrzeug hinaus, ist ihr Ende ebenfalls deutlich zu kennzeichnen (Art. 58 Abs. 2bis VRV). Diese Regel und die Kennzeichnung seitlich vorstehender Ladung gelten übrigens für jede Fahrt, nicht nur für Ausnahmetransporte.

Wie im ersten Teil beschrieben, kann die Bewilligungsbehörde weitere Schutzvorkehren anordnen (Art. 84 Abs. 1 VRV). Gelbe Gefahrenlichter sind an Fahrzeugen erlaubt, die für andere eine nicht leicht erkennbare Gefahr bilden, und an ihren Begleitfahrzeugen (Art. 110 Abs. 3 Bst. b VTS).

Begleitung durch Polizei oder Begleitfahrzeuge

Ob ein Transport begleitet werden muss, legt die Behörde in der Bewilligung fest (Art. 84 Abs. 1 VRV). Ist eine Polizeibegleitung verfügt, muss das Transportunternehmen sie rechtzeitig organisieren. Ohne die verfügte Begleitung darf die Fahrt nicht starten.

Für einzelne Strecken nennt das ASTRA eigene Abläufe, etwa für die Polizeibegleitung mit Sperrung des Gotthardtunnels (ASTRA, Begleit Ausnahmefahrten). Manche Kantone setzen zudem private Begleitpersonen ein. Im Kanton Zürich müssen Transportfirmen dafür ausgebildete Begleitpersonen mit Polizeibewilligung beauftragen. Der Bund will die private Ausnahmetransportbegleitung einheitlich regeln, die Vernehmlassung läuft bis zum 20. November 2026. Im Einzelnen gelten die behördlichen Verfügungen in Ihrer Bewilligung.

Kann es dann losgehen?

Sind Fahrzeug, Kennzeichnung und Ladungssicherung bereit und ist die Begleitung organisiert, kann es fast losgehen.

Kurz vor der Fahrt lohnt sich ein letzter Blick auf die Strecke. Eine kurzfristige Baustelle oder Sperrung kann den Transport stoppen. Weil die Bewilligung die Route festlegt, braucht eine Ausweichstrecke die Zustimmung der Behörde. Prüfen Sie ausserdem den Kalender. An Hauptreisetagen sind mehrere Nationalstrassenabschnitte für Transporte über 3 Meter beziehungsweise 3,50 Meter Breite gesperrt (ASTRA, Einschränkungen an Hauptreisetagen).

Unterwegs sollen andere Verkehrsteilnehmende möglichst wenig behindert werden. Kreuzen und Überholen sind ihnen zu erleichtern, nötigenfalls durch Halten ausserhalb der Fahrbahn (Art. 85 Abs. 1 VRV).

Auch der zweite Teil zeigt, dass ein Ausnahmetransport mit der Bewilligung nicht erledigt ist. Ohne gute Planung geht es nicht. Bei der Vorbereitung Ihrer Mitarbeitenden unterstützen wir Sie mit passenden Bildungsangeboten. Sprechen Sie uns an.

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